Nele
Das Leid der Straßenkatzen ist für die meisten Menschen nicht sichtbar und viele der armen Wesen gehen irgendwo versteckt zu Grunde. Mangelnde Ernährung, der viele Stress ständig Kitten zur Welt bringen zu müssen zehren die Tiere aus.
Die kleine Nele gehörte ebenfalls zu den Leidtragenden und kam in einem schlechten Zustand zu uns. Es war offensichtlich, dass hier ein Kampf um ihr Leben begann. Trotz guter Nahrung und vielen Streicheleinheiten kam das zarte Wesen nicht zu Kräften. Vorherige Untersuchungen beim Tierarzt hatten zu keinem Ergebnis geführt und daher wollten wir sie noch einmal von einem Spezialisten „auf den Kopf“ stellen lassen.
Doch leider kam es nicht mehr dazu. Als wir morgens in die Katzenstube zur Fütterung kamen, lag die Kleine auf der Seite. Sofort brachten wir sie in die Tierklinik, wo sie notfallmäßig behandelt wurde. Die Aussichten waren nicht gut, doch sie sollte eine Chance bekommen. Täglich wurden wir über ihren Zustand informiert und am 2. Tag ging es ihr schon besser. Aufatmen!
Dann begannen die Untersuchungen, die zuvor wegen des schlechten Zustandes nicht möglich gewesen waren. Wieder ein Anruf der zuständigen Ärztin, doch diesmal waren es schlechte Nachrichten. Neles Bauchumfang hatte weiter zugenommen und es wurde blutige Flüssigkeit festgestellt. Für eine genaue Diagnose müsste eine Operation erfolgen, doch diese würde der schwache Körper nicht verkraften. Auch waren die Aussichten auf eine darauffolgende erfolgreiche Behandlung sehr schlecht. Da sich auch ihr Allgemeinzustand nicht weiter verbesserte, wollten wir die kleine Maus nicht weiter leiden lassen und stimmten einer Erlösung von ihren Schmerzen schweren Herzens zu.
Immer wieder macht uns die Gleichgültigkeit der Menschen gegenüber dem durch sie verursachten Tierleid wütend. Denn nur dadurch, dass so viele Leute ihre Tiere nicht kastrieren lassen und ihnen trotzdem Freigang gewähren entsteht dieses Leid, an dem so viele unschuldige Seelchen zugrunde gehen. Wir versuchen unser Möglichstes, um so viele Katzen wie möglich kastrieren zu lassen und helfen an sogenannten „Brennpunkten“.
Wir werden unseren Kampf weiterführen, damit es immer weniger Schicksale wie das der kleinen Nele gibt.
Du kleines tapferes Seelchen, wir trauern um dich 🖤.
Letschow, im August 2026


