Dex
Doris Schmidt, Steffen und Richard sind meine Paten
Steckbrief Dex
- Geboren 06.02.2019
- gechipt
- kastriert
- geimpft
Operation gut überstanden
Es ist selbstverständlich, dass wir das Beste für unsere Schützlinge wollen und so sollte auch Dex, nach Tatax, Sera, Monte und Pitu, endlich von seinen großen Schmerzen befreit werden und sein erstes neues Hüftgelenk bekommen. Der Termin in der Tierklinik Dresden war herangekommen und so machte sich Manfred mit Dex im „Gepäck“ auf die Reise. Leider hielt sie ein langer Stau bei Berlin auf. Zum Glück fand die schwierige Operation erst am nächsten Tag statt.
Man kann schon sagen, dass wir sehr viele Erfahrungen in Bezug auf künstliche Hüftgelenke sammeln konnten und alle bisherigen Operationen sind super gut verlaufen, sogar die OP bei Pitu, unserem „Dreibein“. Auch bei Dex erhielten wir die Nachricht, dass es keine Komplikationen während der Operation gegeben hat und wir hofften auf eine schnelle Abholung.
Einen Tag später hörten sich die Nachrichten aber nicht mehr so gut an. Dex litt unter einer Anämie und sein HTC-Wert war in einem derart kritischen Stand, dass eine sofortige Bluttransfusion erfolgen musste.
Großes Bangen bei uns und hoffen, dass Dex alles gut überstehen wird. Nach drei Tagen war es dann endlich soweit, die Werte waren wieder angestiegen und wir konnten unser Sorgenkind zu uns nach Hause holen. Die weitere Kontrolle konnte nun in unserer Tierarztpraxis vor Ort erfolgen. Die Folge großer Operationen sind oftmals große Blutergüsse im OP-Bereich. Auch bei unserem Schäfti lag so eine Schwellung vor, die sich allerdings nicht zurück bildete. Als wir zum Fäden ziehen in der Tierarztpraxis erschienen, machten wir das Team darauf aufmerksam und es wurde sicherheitshalber eine Gewebeprobe entnommen und in das Labor geschickt. Als das Ergebnis bekannt wurde, kam die nächste Hiobsbotschaft: In der Wunde befindet sich ein extrem seltener Keim, der gegen alle Antibiotika aus der Veterinärmedizin resistent ist. Leider kann ihm nur ein Antibiotikum aus der Humanmedizin helfen, welches allerdings nierentoxisch wirkt. Eine Verabreichung kann daher nur in der Praxis unter gleichzeitiger Gabe einer Infusion erfolgen. Drei Tage lang brachten wir den Großen nun morgens in die Praxis, wo ihm zweimal täglich das Medikament verabreicht wurde und holten ihn am Abend wieder zu uns nach Hause.
Unser Dex ist schon ein einzigartiger Kämpfer und hat die gesamte Behandlung gut überstanden. Seine Nierenwerte sind zwar angestiegen, doch so langsam erholen sie sich wieder. Wir hoffen nun so sehr, dass keine weiteren Schwierigkeiten auftreten und sind überglücklich, dass er so froh und munter seine kleinen Spaziergänge genießt. Aufgrund der verordneten strikten Bewegungseinschränkung haben wir seine große Stube um die Hälfte verkleinert, was er gelassen hin nimmt. Denn am Wichtigsten ist für ihn nun einmal das Futter, die Leckerchen und dien Streicheleinheiten, die nach dem Gassigehen auf ihn warten.
Letschow, im Juli 2026
Es ist oft zuhören, dass Schäferhunde besonders in den Tierheimen leiden. Nicht nur das Fehlen ihrer Bezugsperson, auch die Folgen der Qualzucht machen ihnen schwer zu schaffen. Viele Schäferhunde leiden unter schwerer HD, verbunden mit starken Schmerzen, oft ein Grund sie vorzeitig „zu erlösen“. Auch Dex ist so ein bemitleidenswerter Hund.
Wir übernahmen ihn aus einem anderen Tierheim, da es dort nicht die Möglichkeit einer Behandlung seiner körperlichen Probleme gibt. Wir wollen versuchen ihm die zweite Hälfte seines Lebens schmerzfrei zu gestalten und natürlich soll er bei SEINEN Menschen leben dürfen.
Viel hat dieser imposante Hund wahrscheinlich nicht kennenlernen dürfen. Auf den Spaziergängen ist er oft von Gegenstände oder Fahrzeugen verunsichert, die vor ihm auftauchen. Wir konnten aber auch bemerken, dass er von Tag zu Tag sicherer wird und schnell lernt. Natürlich hilft ihm dabei auch das Vertrauensverhältnis zu seinen Menschen und er mag zum Glück jeden Menschen. Es ist auffällig, dass er „schäferhundartigen“ Hunden wie unserem Joker oder unserer Melly, entspannter begegnet als den anderen Hunden. Vielleicht hat er ja nie andere „Rassen“ kennenlernen dürfen. Auch hier macht „Übung den Meister“ und wir können beobachten, dass er sich an diese Wesen und deren Körpersprache schnell gewöhnt. Alles in allem kann man sagen, dass für Dex das große Lernen gerade begonnen hat.
Wir geben dem lieben Schäfimann nun noch ein paar Tage zur Eingewöhnung und dann steht der erste Tierarzt-Termin an, der entscheidend für sein weiteres Leben sein wird.
Letschow, im April 2026



